Es sollte eine Führung zur Zeit der Lupinenblüte werden. Durch die allgemein frühe Blüte der Natur in diesem Jahr begleiteten nur wenige blühende Lupinen die Teilnehmer an dieser interessanten, heimatkundlichen Veranstaltung des Haßbergvereins.

Ruth Fleischmann, autorisierte Führerin der Gemeinde Maroldsweisach für Führungen im Abbaugebiet des Zeilberg, konnte elf Teilnehmer zu dieser Exkursion begrüßen. Nach einführenden Erklärungen zur Geologie und Geschichte des Zeilbergs, begann sie die Führung mit einem Blick auf das gesamte Abbaugebiet. Dabei erfuhren die Haßbergvereinler, dass der am Ausläufer der Haßberge gelegene Zeilberg vor 17 Millionen Jahren entstanden ist und eine Höhe von 464 Meter über NN hat. Seit 1897 wird dort sehr hochwertiger Basalt abgebaut - bisher ca. 2 Millionen Tonnen. Während es früher eine Knochenarbeit war, den Basalt zu gewinnen und in weiterverarbeitbarer Form anzubieten, hat heute die Technik Einzug gehalten, sodass die derzeit 20 Beschäftigten täglich bis zu 8.000 Tonnen Basalt produzieren, der in unterschiedlichen Körnungen von Straßenbauunternehmen, der Bundesbahn oder von Wasser- und Schifffahrtsämtern wegen seiner guten Qualität gerne abgenommen wird.

Nach neueren Untersuchungen kann davon ausgegangen werden, dass noch mehrere Generationen dort Basalt abbauen können.

Ruth Fleischmann erwähnte bei der Führung auch, dass im Basalt des Zeilbergs 130 verschiedene Mineralien nachgewiesen sind, am Meisten sind Nathrolite, Clivin, Opal, Pyrit, Jaspis und Dolomit zu finden. Der Steinbruch ist somit auch ein Eldorado für Mineraliensammler.

Die Führerin ging auch auf die Blumen und Pflanzen ein, die sich im Laufe der Jahre auf den Abraumhalden angesiedelt haben. Derzeit dominiert der „Natternkopf“, der die Hänge in einem tiefen Blau erscheinen lässt.

Den Abschluss dieser sehr lehrreichen und anschaulichen Führung bildete die Einkehr im „Diakonie-Biergarten auf dem Zeilberg“, der vom Zeilberger Integradionsprojekt, kurz ZIP, betrieben wird, in dem psychisch kranke Menschen Arbeits- und Beschäftigungsmöglichkeiten erhalten, unter fachkundiger Anleitung und therapeutischer Begleitung.

Die Teilnehmer bedankten sich ganz herzlich bei Ruth Fleischmenn für die Führung und die dabei vermittelten Informationen. Dann blieben sie noch einige Zeit an der gastlichen Stätte, bevor sie wieder die Heimfahrt antraten.

Manfred Keß