Miriam Piechaczek behauptet sich unter den Besten der Welt. Mit der LP-Mannschaft den 4. Platz belegt.

Vom 22.-29. Juni hat der ISSF zum Internationalen Schießtreff der Junioren nach Suhl eingeladen. Anwesend waren die Besten der Welt. Sie kommen aus China, Indien, Rußland, Korea, USA, Frankreich, Ungarn, Italien und vielen anderen Nationen.

In der Disziplin „Luftpistole Junioren, weiblich“ waren von insgesamt 101 Starterinnen auch 5 deutsche Schützinnen angetreten. Die Bundestrainerin der Junioren Bärbel Georgi sieht diesen Weltcup als sehr gute Übung für die anstehenden Qualifikationen zur Weltmeisterschaft. Die WM findet vom 31.8-14.9.2018 in Changwon/Südkorea statt. Die deutschen Schützlinge waren durch viele Lehrgänge des DSB und BSSB und auch durch Trainingselemente, die sie Zuhause durchführen gut vorbereitet. Wie aber das Ergebnis im Aufeinandertreffen mit der internationalen Konkurrenz ausfiele, blieb abzuwarten.

Miriam startete am Mittwoch um 11 Uhr. Sie begann bärenstark mit 10, 9, 10, 10, 10- nach zehn Schuss lag sie mit 96 Ringen auf Platz zwei. Insgesamt mussten 60 Schuss abgegeben werden. Hierfür stehen dem Schützen/ der Schützin 75 Minuten zur Verfügung. Miriam blieb auch in den nächsten drei 10er-Serien mit 95, 95 und 96 Ringen ganz vorne dabei. Die vorletzte Serie hätte aber beinahe das Abrutschen aus den Finalrängen bedeutet. Durch eine 9 und einer 8 im 42. und 43. Schuss rutschte sie in kurzer Zeit von Rang 2 auf Rang 10 ab. Nach einer kurzen Auszeit brachte sie aber in dieser Serie noch 93 Ringe zusammen. In der Hochrechnung lag sie wieder auf Finalkurs. Mit Konzentration und guten Nerven brachte sie auch die letzte Serie mit 94 Ringen nach Hause. Insgesamt erzielte sie 569 Ringe. Das bedeutete den 6. Platz im starken internationalen Feld und die Finalteilnahme.

Das Finale wurde am Mittwochnachmittag um 14:15 Uhr ausgetragen. Hier tat sich Miriam insbesondere zu Beginn schwer. Da fehlt es einfach an internationaler Erfahrung. Nach 10 Schuss lag sie mit 93,4 Ringen (Zehntelwertung) nur auf dem 8. Platz von acht Finalteilnehmerinnen. Nach diesen ersten 10 Schuss folgte die „Elimination“. Nach jeweils zwei weiteren Schüssen muss die dann Letztplatzierte den Stand verlassen. Miriam schoss mit dem 11. und 12. Schuss eine 9,4 und eine 10,8 und ließ eine Italienerin hinter sich. Miriam ließ noch eine 10,5 und 9,8 folgen und verbesserte sich weiter im Teilnehmerfeld. Mit guten Schüssen ließ sie weitere Schützinnen hinter sich, so dass sie am Schluss den hervorragenden 5. Platz belegen konnte. Die Schützinnen vor ihr waren einfach zu stark, als dass sie hier hätte eingreifen können. Fazit: Stress im Finale zu Beginn, sehr gut im weiteren Verlauf.

Die Ergebnisse der anderen deutschen Starterinnen: Vanessa Seeger 564 Ringe, Andrea Heckner 557 Ringe, Agnes Völker 557 Ringe und Lisa Schnaidt 529 Ringe. In der Mannschaft konnten die deutschen Juniorinnen mit Miriam, Vanessa und Agnes 1690 Ringe den 4. Platz erzielen. Die Bundestrainerin hat nun die Aufgabe ihre Schützlinge vorwiegend mental auf die WM-Ausscheidung vorzubereiten. Dass die deutschen Juniorinnen gut schießen können, haben sie unter Beweis gestellt.

Dieter Piechaczek