Jahr für Jahr „zapfen“ freiwillige Mitarbeiter der BRK-Gruppe Hofheim-Königsberg bei den Blutspendeterminen den Blutspendern Blut ab. Eine lobenswerte Aufgabe. Aber, wo geht das Blut eigentlich hin? Was wird mit und was wird aus dem Blut eigentlich gemacht? Die Antworten auf diese Fragen wurden den Mitarbeitern des BRK vor einigen Tagen anschaulich beantwortet. Denn unter der Leitung von Jürgen Sieber besuchte die Gruppe die Blutspendezentrale des BRK in Wiesentheid und waren schon vom Anblick dieser Zentrale angetan. Denn hier arbeiten in einem riesigen Komplex rund 700 Beschäftigte, und das rund um die Uhr, denn das dort angelieferte Blut muss schnell verarbeitet werden. Nach einer Begrüßung durch Gebietsreferent Matthias Freund wurde den Teilnehmern der Fahrt auch eine Besichtigung der „Produktion“ gewährt, natürlich nur unter Beachtung der notwendigen hygienischen Vorschriften. „Produktion“ klingt im ersten Augenblick bei Blut deplatziert, aber es war wirklich eine Produktionsstätte, die den Teilnehmern durch Hubert Friedrich gezeigt wurde. Denn in der modernen Medizin wird das Blut aus einer Blutspende nicht mehr in seinem natürlichen Zustand verabreicht, sondern zuvor in seine wesentlichen Bestandteile aufgeteilt. Das gespendete Blut kann so mehrfach und auf verschiedene Weise kranken und verletzten Menschen helfen. Der Patient bekommt immer nur den Teil des Blutes, den er für seine Genesung braucht.

Nach der Spende wird der rote Lebenssaft nach neuestem Stand der Wissenschaft und Technik untersucht. Zeitgleich wird die Vollblutspende in verschiedene Komponenten aufgeteilt. Daraus können zwei bis drei verschiedene Präparate gewonnen werden.

So Erythrozytenkonzentrate, ein Konzentrat aus roten Blutkörperchen, die den Sauerstofftransport im Blut regulieren. Dieses Präparat wird zum Beispiel bei einem plötzlichen Blutverlust bei einem Unfall, im Rahmen einer Operation oder bei Blutarmut eingesetzt.

Des weiteren die Thrombozytenkonzentrate, das sind die Blutplättchen. Bei einem großen Mangel an Blutplättchen besteht eine hohe Blutungsgefahr. Dieses Präparat kommt sehr häufig bei Krebskranken während einer Chemotherapie zum Einsatz.

Sowie Plasmapräparate, die Stoffe enthalten, die für die Gerinnung des Blutes wichtig sind und Abwehrstoffe gegen Infektionen. Blutplasma braucht ein Mensch, wenn er plötzlich viel Blut verloren hat oder an starken Verbrennungen oder einer Vergiftung leidet. Weitere Einsatzpunkte sind eine geschwächte Immunabwehr, die Abwehr von Infektionen, Blutgerinnungsstörungen oder Bluterkrankheit.

Die Teilnehmer an der Besichtigungsfahrt erhielten auf diese Art und Weise vor Ort eine ausgezeichnete Information, was mit dem Blut, welches sie bei ihren Blutspendeterminen den Spendern entnehmen, geschieht, und, dass Blutspenden äußerst wichtig ist. Denn Kranke und Unfallopfer in bayerischen Krankenhäusern und Arztpraxen benötigen täglich rund 2000 Blutkonserven. Eine Anzahl, die nur durch die vielen freiwilligen Blutspender in Bayern aufgebracht werden kann und für jeden, der Blut spenden darf, eine Aufforderung sein sollte, regelmäßig zum Blutspenden zu gehen.

gs