Am Dreikönigstag konnte Luise Barfuß in Königsberg bei guter Rüstigkeit ihren 90. Geburtstag feiern. Luise Barfuß wurde am 6. Januar 1929 als Tochter von Matthäus und Anna Schneider in Walchenfeld als fünftes Kind mit zwei Schwestern und zwei Brüdern geboren. Sie besuchte die Volksschule in Walchenfeld und hatte dabei auch den späteren Rektor der Volksschule Königsberg Karl Eisentraut in der zweiten und dritten Klasse als Lehrer. Eine Lehre in der elterlichen Landwirtschaft schloss sie im März 1945 als Landwirtin ab.

1952 heiratete sie Günter Barfuß und zog zu ihm nach Königsberg. Vier Söhne gingen aus dieser Ehe hervor. Am 21. Oktober 1968 traf die Familie ein schwerer Schicksalsschlag. Ihr Mann Günter starb bei einem Traktorunfall. Ein Jahr später brannte zudem der Hof ab und Luise Barfuß stand mit ihren vier kleinen Kindern als alleinerziehende Mutter ohne Obdach vor einer großen Herausforderung. Doch sie gab nicht auf. Nach dem Wiederaufbau des Hofes betrieb sie die Landwirtschaft noch bis 1973 weiter.

1971 begann Luise Barfuß daneben noch in der fränkischen Leuchten bis zu ihrem Ruhestand im Jahre 1989 zu arbeiten.

Ihre ganze Kraft widmete die Jubilarin immer ihrer Familie und ermöglichte allen ihren Kindern eine gute Ausbildung.

Ihr großer Garten war zunächst wichtig für die Versorgung der Familie wurde aber auch mit großer Freude noch bis zu ihrem 87. Lebensjahr von ihr bestellt. Die Natur und die Landschaft gaben ihr Kraft und so hatte sie das Wandern als Hobby auserkoren. Häufig nahm sie an den Wanderungen des Haßbergvereins teil. Seit ihrem 58. Lebensjahr genoss Luise auch Studienreisen in ferne Länder. Die Jubilarin ist bis heute das Zentrum der Familie, die sich inzwischen um sieben Enkel und einem Urenkel vergrößert hat. Gerne folgen die Kinder auch heute noch ihren Einladungen zum Essen.

Luise ist Mitglied im Obst- und Gartenbauverein und im Haßbergverein. Bis zu ihrem 86ten Lebensjahr nahm sie auch an der Seniorengymnastik des BRK teil.

Es ist ihren Kindern bis heute unbegreiflich, wie ihre Mutter all diese Aufgaben Kindererziehung, Haushalt, Wiederaufbau des Hofes, Schichtarbeit in der Fabrik und Landwirtschaft meistern konnte. Nur Liebe und ein eiserner Wille können wohl so viel Kraft geben. Dabei hatte und hat sie immer noch die Zeit zuzuhören und gegebenenfalls Ratschläge zu geben.

Heute genießt Luise Ihren Ruhestand und besucht gerne Ihre Kinder, die direkte Nachbarn sind. So reißt der tägliche Kontakt nicht ab. Schmunzeln müssen sie, wenn ihre Mutter bedauert, dass ihr mit ihren 90 Jahren die Kraft fehlt den Garten selbst umzugraben. Ansonsten hilft sie jedoch immer noch mit, zum Beispiel bei den Kommandoempfängen der Bürgerwehr an Himmelfahrt und am Pfingstdienstag durch ihren Sohn Manfred, dem Hauptmann der Königsberger Bürgerwehr. Da ist sie schon früh um 5 Uhr bei den Vorbereitungen dabei und kommt dann auch gerne zu den Trommlern, auch, weil ihr Mann selbst Tambourmajor war.

Natürlich wünschten der allseits bekannten und beliebten Jubilarin ihre Verwandten, Bekannten und Freunde alles Gute und vor allem noch einige Jahre bei guter Gesundheit. In den Reigen hatten sich auch Bürgermeister Claus Bittenbrünn und Landrat Wilhelm Schneider eingereiht, die dies im Namen der Bürger der Stadt Königsberg und des Landkreises taten.

gs